Internationale Begegnungen: Interview mit Kai und Jonas Koppenburg am Glocknerhof
Im Rahmen der internationalen Kontaktpflege des MFSD führte unser Regionsvertreter Bayern, Dieter Bräunig, am 9.April 2026 dieses Interview mit Kai und Jonas Koppenburg auf dem Glocknerhof.
Der weltbekannte Speed-Pilot Kai Koppenburg aus Bayern, der auf vielen Flugtagen seine hervorragenden Speedvorführungen zeigt, war im Glocknerhof zu Gast und hat uns ein Interview gegeben. Mit dabei war sein elfjähriger Sohn Jonas.
Der jüngste Erfolg von Kai ist der Gewinn der Weltmeisterschaft 2025 in F3-Speed in Ballenstedt in den Klassen F42 und F100.
Jonas ist ebenfalls Modellflieger und hat beim Bavarian Speedcup in Burgkunstadt als bester Nachwuchspilot abgeschnitten.

Ein Grund mehr mit Kai und Jonas dieses Interview zu führen.
- Kai, wie bist du zum Modellfliegen gekommen?
Ich bin in jungen Jahren durch meine Freunde motiviert worden. Meine Schule hatte damals eine Modellflug AG angeboten, und aufgrund des Engagements eines modellfliegenden Lehrers gab es sogar einen kleinen Flugplatz, der bis heute existiert.
Also beste Bedingungen für den Einstieg in unser tolles Hobby.
- Und was macht dir am Modellfliegen am meisten Spaß?
Am meisten Spaß macht mir die Vielfalt, die das Modellfliegen bietet. Da spielt es keine Rolle, ob es jetzt ums Segeln, Motorflug, Jetflug, Hubschrauber oder auch Copter geht. Auch Sparten wie z.B. FPV reizen mich. In keinem anderen Hobby ist diese Breite vorhanden. Von der Idee bis zur eigentlichen Umsetzung, egal ob Mechanik oder Elektronik, bis hin zum Kleben und Finish.
- Was sind deine Ziele im Modellfliegen?
Seitdem ich bei Speedwettbewerben mitfliege, geht es mir natürlich darum, erfolgreich zu sein und vorne mitzufliegen. Die ersten schnellen Flüge in der Saison oder bei einem Wettbewerb produzieren auch immer eine gesunde Portion Adrenalin in mir. Mittlerweile geht es mir aber eigentlich nur noch um den reinen Spaß an der Sache. Und den habe ich natürlich auch, wenn Jonas mit dabei ist und sehe, wie schnell er beim Fliegen Fortschritte macht.
- Was fliegst du am liebsten? Showflug, Wettbewerb, Motorflugzeuge, Segelflugzeuge?
Am liebsten fliege ich nach meiner Wettbewerbskarriere schnelle Segelflieger, gerne auch mal in der Thermik, aber die Dynamik ist mir dabei schon wichtig. Genau genommen sind unsere Speedmodelle ja auch nur schnelle Motorsegler. Die Tendenz geht auch aktuell weg vom Wettbewerb, zum Showflug, bei kleinen wie großen Veranstaltungen. Wobei ein gemütlicher Schlepp-Nachmittag auf dem heimischen Flugplatz auch nicht zu verachten ist.
- Welche Flugmodelle sind deine Favoriten?
Natürlich nach wie vor alle Speeder aus der Typhoon Serie, meine neue LS 6 von FW, der Barracuda und der Appollo von Choco Fly und mein Skywing Falcon 2,1 m im Chaservo Design.
- Wie bereitest du dich auf Wettbewerbe, wie Europa- oder Weltmeisterschaften vor?
Bei Speedflugwettbewerben muss, im Wesentlichen, die Technik zuverlässig funktionieren. Dazu ist eine intensive Erhebung von Logdaten über viele Testflüge notwendig. Basierend darauf wird dann die Technik verfeinert. Die Testflüge sind natürlich auch ein sehr gutes Training für die Wettkämpfe, wobei es aber immer wieder zu sehen ist, dass die meisten Konkurrenten eher an der Technik als an der Flugaufgabe scheitern. Speedflug ist eben die Formel Eins beim Modellfliegen, und das Material wird dabei im Grenzbereich betrieben. Die Grenzen möglichst gut auszuloten, war das Geheimnis meiner Erfolge in den letzten Jahren.
- Wo ist dein Stammverein?
MFC Dachau und seit kurzem auch die IG Mangfalltal
- Hast du noch weitere Hobbys neben dem Modellflug?
Mountainbiking, Ski fahren, Sport generell, und ich beschäftige mich auch gerne mit Gartenarbeit bei uns zu Hause. Da kann ich ganz gut vom Alltag abschalten.
- Was gefällt dir an deiner Heimat Bayern am besten?
Das Naturerlebnis: die Berge, Seen und Flüsse. Aber auch für ein Obazda und ein kühles Bier in einem schönen Biergarten kann ich mich begeistern.
- Was wünscht du dir für die Zukunft beim Thema Modellfliegen?
Dass der Modellflug langfristig erhalten bleibt und keine Rentnersportart wird. Bei den ganzen digitalen Angeboten heutzutage ist es nicht einfach, die Jugend dafür zu begeistern. Es geht aber, und ich kenne einige Jugendliche, die mit viel Spaß an unserem Hobby dabei sind. Und ich hoffe natürlich auch, dass Jonas den Spaß am Modellfliegen behält, unabhängig davon, ob er zukünftig im Wettbewerbsgeschäft mitmischt.


