Nachruf Bernhard Krause
Viele kannten ihn – manche nannten ihn ehrfürchtig den „Motorenpapst“ –: Bernhard Krause. Sein Leben war geprägt von der Leidenschaft für Modell-Kolbenmotoren, die ihn bereits seit seiner Jugend begleitete. Schon mit 16 Jahren begann er mit dem Bau von Fesselflugmodellen, nur drei Jahre später nahm er an seinem ersten Wettbewerb teil.
Nun ist Bernhard Krause im Alter von 83 Jahren von uns gegangen.
„Bewegung muss sein!“ – so überschrieb die Journalistin Heike Stark einst ein Porträt über ihn. Bewegung bedeutete für Bernhard vor allem eines: Motoren. Seine Begeisterung für leistungsstarke Antriebe führte ihn konsequent in den Modellsport, insbesondere zum Fesselflug. Seine besondere Leidenschaft galt dem Mannschaftsrennen, bei dem es auf Geschwindigkeit und Effizienz gleichermaßen ankommt.
Als Mechaniker bildete er gemeinsam mit seinen Piloten Gerhard Fauk und Andreas Kinst ein äußerst erfolgreiches Team. Fünf DDR-Meistertitel gingen auf ihr Konto, darunter drei in Folge von 1977 bis 1981. 1997 folgte ein weiterer Höhepunkt: der Gewinn des Deutschen Meistertitels in der Klasse F2C. Auch international war sein Team als Teil der DDR-Nationalmannschaft erfolgreich, unter anderem bei Wettbewerben auf der Krim, in Sofia, Hradec Králové und Tscherstowo.
Neben seiner sportlichen Karriere engagierte sich Bernhard Krause intensiv für die Entwicklung des Modellsports. Als Mitglied der Kommission Flugmodellsport im Modellsportverband sowie der Berliner Modellsportkommission prägte er die Szene nachhaltig. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz für den Bau eines Fesselflugplatzes in Berlin, auf dem er viele Jahre als Wettbewerbsleiter tätig war.
Auch beruflich blieb er den Motoren treu. Nach seinem Studium zum Maschinenbauingenieur arbeitete er als Technischer Leiter in der Berliner Werkzeugmaschinenfabrik (BWF) und war maßgeblich an der Entwicklung von Modellmotoren beteiligt.
1987 wurde eine seiner Entwicklungen – die Druckschmierung für Zweitaktmotoren mit Kurbelwellendrehschieber – patentiert. Seine Arbeit an den 2,5 cm³ BWF-Motoren bildete eine wichtige Grundlage für die Nachwuchsarbeit im Modellsport der DDR.
Sein umfangreiches Wissen gab er über viele Jahre weiter: in zahlreichen Fachartikeln, unter anderem in „Modellbau heute“ und später in „FlugModell“, sowie in mehreren Fachbüchern. Diese bleiben ein wertvolles Vermächtnis für die Modellsportgemeinschaft.
Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Bernhard Krause dem Modellsport eng verbunden. Als geschätzter Gesprächspartner und gern gesehener Gast war er auf vielen Veranstaltungen präsent.
Mit Bernhard Krause verlieren wir eine prägende Persönlichkeit des Modellsports und einen engagierten Förderer. Sein Wirken wird weit über sein Leben hinaus Bestand haben.



