F3L – Tradition, Präzision und der Reiz des Thermikfliegens
Übersicht
Was ist F3L?
F3L – früher entstanden unter dem Namen F3RES – ist eine faszinierende Segelflugklasse, die seit 2022 wartete, offiziell zur FAI-Nomenklatur zu gehören. Seit 2025 ist die lange Wartezeit beendet und die Klasse wird sich weltweit noch mehr verbreiten.
Der ursprüngliche Name verrät bereits die Essenz dieser Modelle: Sie werden ausschließlich über Seitenruder, Höhenruder und Bremsklappen gesteuert. Mehr braucht es nicht, um einen erstaunlich präzisen und sportlich anspruchsvollen Wettbewerb zu erleben.
Der Flug beginnt nicht mit einem Motor, sondern mit einem klassischen Gummiseil-Hochstart. Ein dünnes Nylonseil, verbunden mit einem kräftigen Gummi von 14,7 Metern Länge, zieht das Modell steil in den Himmel – ähnlich wie ein Drachen im Wind. Je nach Bedingungen erreichen die Modelle Starthöhen zwischen 80 und 100 Metern. Die Seillänge variiert bei regionalen Wettbewerben zwischen 50-100 m, je nachdem, was der Platz hergibt.


Sobald das Modell ausgeklinkt hat, beginnt der eigentliche Wertungsteil: 6 Minuten Flugzeit gilt es, sich innerhalb einer Rahmenzeit von 9 Minuten zu erfliegen. Ohne Thermik schafft das Modell etwa 3 bis 4 Minuten. Das heißt: Die Pilotinnen und Piloten müssen früh entscheiden, wo sich aufsteigende Luft befinden könnte – wo die Sonne den Boden erwärmt hat, wo Vögel kreisen oder wo leichte Anzeichen für steigende Luftmassen sichtbar werden. Genau hier zeigt sich das Gefühl für die Natur, denn nur mit geschickter Thermiknutzung lässt sich die Zielzeit erreichen.
Ein Helfer unterstützt die Piloten, beobachtet das Modell und die Konkurrenz, gibt Hinweise und misst die Flugzeit. Gemeinsam versuchen sie, das Maximum aus der begrenzten Ausgangshöhe herauszuholen.
Ist die Flugzeit geschafft, folgt der letzte, besonders spannende Teil: die Ziellandung. Die Rumpf-Nase soll möglichst nahe an einem markierten Punkt zum Stillstand kommen – jeder Zentimeter Abstand kostet wertvolle Punkte. Wer präzise landet, kann selbst einen etwas kürzeren Flug noch gut kompensieren.

Innerhalb der Rahmenzeit darf beliebig neu gestartet werden, gewertet wird aber immer der letzte Flug. Das macht jede Entscheidung relevant: Lohnt ein Neustart? Oder vertraut man auf den Thermikanschluss?
Das Teilnehmerfeld besteht bei den Bavarian Open meist aus 25 bis 50 Pilotinnen und Piloten. Bei internationalen Wettbewerben sind die 60 auch schon geknackt worden. Geflogen wird in kleinen Gruppen von 4 bis 6 Personen, die direkt gegeneinander antreten. Die erflogenen Flugzeiten und Landepunkte werden anschließend relativ zu den Gruppenbesten in eine 1000-Punkte-Wertung umgerechnet – so bleiben wechselnde Wetterbedingungen fair für alle. Mehrere Vorrunden bilden das Grundgerüst, erst danach treten die besten Pilotinnen und Piloten im Fly-Off gegeneinander an. Dort wird es ernst: Alle in derselben Gruppe, gleiche Bedingungen, volle Konzentration.
Die Modelle selbst sind leicht, elegant und von einer besonderen Bauweise geprägt: 2-m Spannweite, 400–650 g Gewicht, fast vollständig in Holzbauweise gefertigt. Nur wenige Bauteile dürfen aus Glas- oder Kohlefaser bestehen.
Dadurch rückt sauberes handwerkliches Arbeiten in den Vordergrund – viele Modelle entstehen in klassischer Rippenbauweise und vermitteln bereits beim Bau ein gutes Gefühl für Aerodynamik und Struktur. Holz als Hauptwerkstoff verleiht den Modellen nicht nur ihre charakteristische Optik, sondern sorgt auch für ein gutmütiges Flugverhalten und eine hohe Reparaturfreundlichkeit. Genau diese Kombination aus Einfachheit, Nachhaltigkeit und Effizienz macht die Klasse attraktiv – auch für Einsteiger, Einsteigerinnen und junge Pilotinnen und Piloten. Eine einfache Fernsteuerung reicht aus, denn mehr als drei Funktionen braucht ein RES-Modell nicht.
F3L ist damit eine Klasse, die Tradition, Präzision und den Reiz des Thermikfliegens in einer besonderen Weise vereint. Wer hier fliegt, spürt unmittelbar, wie feinfühlig und gleichzeitig fordernd der lautlose Segelflug mit minimaler Steuertechnik sein kann.

Bavarian Open 2026
Die Termine für die Bavarian Open 2026 stehen aktuell noch nicht fest und werden Anfang 2026 auf dieser Seite und in den sozialen Medien bekannt gegeben.
Bavarian Open 2025
2025 waren 4 Wettbewerbe bei den Bavarian Open geplant. Leider hat Petrus dem MFI Marktindestdorf zweimal den Wettbewerb verregnet. Der bayerische Meister wurde deshalb in den 3 ausgetragenen Wettbewerben gekürt. Zwei Wettbewerbe fanden in Wilmehrsreuth statt und einer in Coburg.
Herni Sander hat die Gesamtwertung mit 305.26 Punkten vor Robert Gramß (304.1 Punkte) knapp gewonnen. Auf Platz 3 lag mit Lars Schmidkunz (299.15 Punkte) der erste von 4 Jugendlichen.
